Window garden
2013
Das Leben in der Stadt erzeugt eine ständige Sehnsucht nach Natur; der Garten ist die weltliche Kathedrale, ein Ort, um die Wunder der Schöpfung zu verehren, und so ist das Gärtnern für mich eine Form der Verehrung, eine Erinnerung an meine eigene Menschlichkeit, an unsere Sterblichkeit und an die Erkenntnis, dass unsere Zeit hier begrenzt ist und auf sinnvolle Weise verbracht werden sollte. Die Skulptur versucht, die verschiedenen Phasen des Gärtnerns als Metapher für den schöpferischen Prozess zu veranschaulichen, gleichsam um zu sagen, dass Gärtnern ein Akt der Schöpfung ist, ebenso wie Malen oder Bildhauern. Die Arbeit besteht aus drei Keimgläsern, eines für jede Phase des schöpferischen Prozesses: Machen: alle Bestandteile zum Erschaffen sammeln — die Pflanzen, die Erde, den Avocadokern oder, in meinem Fall, eine Auswahl von Fundstücken, die, einmal zusammengefügt, irgendwie den Funken entzünden, der Leben und Wachstum in Gang setzt. Erwarten: Ist die Arbeit erst einmal an ihrem Platz, gibt es stets eine Phase der Besinnung, ein Hin und Her, in dem man den Fortschritt aufmerksam beobachtet, Änderungen vornimmt, vor allem aber mit Staunen verfolgt, was geschieht, und zusieht, wie sich die Arbeit entwickelt oder die Pflanze zu blühen beginnt. Würdigen: Die Pflanze ist voll ausgewachsen, die Arbeit ist vollendet, und es bleibt nichts weiter, als sich zurückzulehnen und zu genießen. Window garden / 2013 / Mischtechnik / 45 × 90 × 90.