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'You get use to the smell'

2017

KunstSkulpturAusstellungInstallation

„gomleiDATA“ — Hansen House, Jerusalem, 2017 (Kuratorinnen: Ilanit Konopny, Tali Kayam). Trinkhalme, Pflanzen, Kühlkanister aus Styropor, Fliesenkreuze, Beleuchtung, Bewässerungsschläuche. Inbal Hoffman schuf die Installation „Man gewöhnt sich auch an den Geruch“ als Reaktion auf die Geschichte des Hansen House und konzentrierte sich dabei auf das „Haus des Arztes“, das dem Raum gegenübersteht, in dem ihre Arbeit installiert ist. Mit Trinkhalmen, Bewässerungsschläuchen, Zweigen und Draht als Linien zeichnet sie im Raum und baut ein Modell des Eingangs zum Haus des Arztes — ursprünglich eine Bäckerei für die Bewohner, mit dem Aussehen eines Gewächshauses. Hoffman beschwört schwebende Konturen herauf, die an Conrad Schicks Architekturplan von vor etwa hundertdreißig Jahren erinnern. Die schematische Struktur — wie die Zeichnung eines „Hauses“ durch ein Kind — ist eine archetypische, in der Luft schwebende Form, eine gewichtslose Masse, die der Schwerkraft entgegenwirkt, leckt und auseinanderfällt als Fügung zwischen einer architektonischen Welt und einer Welt der Natur. Auf ihrer Oberfläche zieht sie einen hängenden Garten, wie die Hängenden Gärten von Babylon — gepflegt und akribisch. Doch ihr Garten ist ein zusammenstürzendes Gewächshaus, aus billigen, alltäglichen Materialien, die natürliche Prozesse von Vernachlässigung, Fäulnis und Verdorren begünstigen. Neben dem Modell stellt die Künstlerin Trinkgefäße aus Styropor auf, bepflanzt mit Speise- und Gewürzpflanzen, erhöht auf wasserturmartigen Konstruktionen. Um sie herum schweben Gläser mit häuslichen Setzlingen und Gartenpflanzen, wie Inseln organischen Wachstums. Vom Boden ragt eine Vegetation empor, gebaut aus Pflanzen, die im Haus der Künstlerin verwelkt sind und die sie neu modelliert — ihre ursprüngliche Gestalt zerlegend und neue Hybriden und Arten bauend. Ihr Gewächshaus blüht und welkt zugleich. Der Wasserturm erscheint als ein zweischneidiges Bild, verknüpft mit der Idee des autarken Gehöfts: eine Erinnerung an Regenwasserzisternen oder Getreidesilos — Bauten, die eine unabhängige Wirtschaft symbolisieren und im kollektiven Gedächtnis mit den frühen Kibbuzim und den Tagen von „Mauer und Turm“ verbunden sind — und erinnert zugleich an die Wachtürme von Gefängnissen und Internierungslagern. Hoffman verflicht zwei parallele Erzählungen der Autarkie, die utopische und die dystopische, und vermischt Schutz, Unabhängigkeit und Autonomie mit Einsperrung, Verbannung und Isolation. Die Installation lebt und entwickelt sich — atmet und verliert, verändert sich während der gesamten Laufzeit der Ausstellung — und spricht von Beständigkeit und Vergänglichkeit in der Natur und vom Zerfall der Idee des Gartens und der Gesellschaft. — Ilanit Konopny, Kuratorin